Photonic Days Berlin Brandenburg – neues Format mit alten Wurzeln

01.11.2017

Mit der Veranstaltung  „Photonic Days Berlin Brandenburg“, erstmalig vom 18.-19.10.2017 erhält die Region eine neue Networking-Plattform.

Die Photonik-Tage Berlin-Brandenburg  knüpfen an die 1996 im Technologiepark Adlershof gegründete Kongress-Messe „Laser Optics Berlin“ (LOB, später „micro photonics“) an, setzen jedoch wesentliche neue Akzente. Es gab insgesamt neun Workshops und eine begleitende Ausstellung mit 57 Teilnehmern. Unter den 500 Teilnehmern kamen auch Gäste und Delegationen aus den USA, Japan, Brasilien, Polen, Großbritannien, der Schweiz, Spanien, Italien, Frankreich und Israel. Die „Photonic Days Berlin Brandenburg“ ist bisher die bedeutendste Veranstaltung dieser Branche in der Hauptstadtregion. Veranstalter ist das Cluster Optik und Photonik Berlin Brandenburg, getragen von der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, dem Optec-Berlin-Brandenburg (OpTecBB) e.V. sowie der Wirtschaftsförderung Brandenburg.

Clusterkonferenz Optik 2017

Zur Eröffnung fand schon am 16.10.17 in der Villa Bergmann in Potsdam die Clusterkonferenz Optik 2017 unter der Leitung von Gerrit Rössler, Clustermanager Optik und Photonik statt. Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg (MWE),  Dr. Ulrike Gutheil, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg sowie Christian Rickerts, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin begrüßten die Teilnehmer. Henrik Fischer hob hervor, dass die Photonik und die Mikrosystemtechnik die Funktion als Schwerpunkt  für die Region haben. Themen der Veranstaltung waren Photonik als Schlüsseltechnologie der Digitalisierung, die Vorstellung der Forschungsfabrik Mikroelektronik und die positive Entwicklung des Clusters im Jahr 2017. Zu den einzelnen Handlungsfeldern, insbesondere zu den Topthemen „Digitalisierung“ und „Green Photonics“ gab es Beiträge, die in die Novellierung des Masterplans eingebunden werden.

Workshops vom 18.-19.10.17

Zu den Photonik-Tagen Berlin-Brandenburg hielten in sieben parallel laufend Workshops, darunter zwei Handlungsfeldkonferenzen und dem Parallelworkshop des Projektes "PolyPhotonics Berlin" im Forum Adlershof  Vertreter aus der Industrie, aus Forschungseinrichtungen sowie aus Politik, Verbänden und von Projektträgern Vorträge. Die Themen spannten den Bogen von innovativen optischen Komponenten über Quantenoptik und vernetzte Sensorsysteme in autonomen Fahrzeugen, Lasermaterialbearbeitung, Wasseranalytik zum neuen innovativen Thema PolyPhotonik, um nur einige zu nennen. 

Dr. Rainer Schuhmann, Berliner Glas KGaA hielt einen vielbeachteten Vortrag  zum Thema innovative optische Komponenten über das Fertigungsspektrum von Berliner Glas, darunter neueste optische Entwicklungen für die Raumfahrt. Gern gab er sein Statement zu der „neuesten Ausgabe“ der ehemaligen LOB: "Die erstmals durchgeführten Photonik-Tage Berlin Brandenburg können, insbesondere durch das hierfür gewählte Format, als sehr erfolgreiche Veranstaltung bewertet werden, sowohl für die Teilnehmer an den äußerst interessanten Workshops als auch für die Aussteller, die ein reges Interesse vorfanden, und nicht zuletzt eben auch für die Vortragenden, die ein engagiertes Fachpublikum vorfanden. Also: Inhalt und Rahmen stimmten. Mein Tipp: Weiter so im nächsten Jahr".

Tobias Honig, FISBA AG trug über  maßgeschneiderte optische Komponenten und Systemen für Life-Science-Anwendungen vor. Im Mittelpunkt standen automatisierte Kollimatoren für Diodenlaserbarren.

Der Workshop Lasermaterialbearbeitung fand großes Interesse.  Cluster Manager Gerrit Rössler, Berlin Partner für Wirtschaft informierte über Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Projekte in Berlin, Brasilien, Japan und Polen. Manuel Steidle, CERTI Foundation stellte insbesondere die Lasertechnologie in Santa Catarina, Brasilien vor. Zu diesem Thema sind gemeinsame Projekte geplant. Zum Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) und zur Laser-Mikrotechnologie von Dr. Kieburg fanden geführte Besichtigungstouren statt.

Der Workshop wurde auch als Anwendertreffen des Laserverbundes genutzt. Prof. Dr. Eberhard Stens, Vorstandsvorsitzender des Laser Verbundes fasst zusammen: „Die Photonik Tage boten dem Laserverbund und seinen Mitgliedern mit ihren zahlreichen Workshops und der Begleitausstellung eine sehr gute Plattform für den Austausch von Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie. Wir freuen uns auf die angekündigte Fortsetzung im kommenden Jahr.“ Das wurde auch ausnahmslos von den Besuchern der Veranstaltung bestätigt.

Im Biophotonik- Workshop Wasseranalytik stand im Zentrum der Vorträge die Rolle der Photonik sowohl bei den Analysen als auch bei der Reinigung von Wasser. Dr. Jutta Eggers, Technologie und Prüfstelle Wasser, TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser berichtete u.a. über die UV-Desinfektion zur Trinkwasseraufbereitung, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Europa und den USA breite Anwendung  gefunden hat. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Aufbereitungsmethoden fehlen jedoch noch verbindliche Standards. Dr. Eggers ging besonders auf die gute Zusammenarbeit mit dem Ferdinand-Braun- Institut im Projekt „Advanced UV for Life“ bei der Entwicklung und Anwendung der UVC-Dioden für die Aufbereitung von Wasser ein. Der Fokus ist hier die Erhöhung der Leistung der Dioden.

Workshop PolyPhotonics

Im Rahmen der BMBF Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ haben sich elf Unternehmen und drei Forschungseinrichtungen zusammengefunden mit dem Ziel, umfassende Lösungen im Anwendungsfeld optischer Komponenten auf Polymerbasis zu realisieren und zur Marktreife zu bringen. Die PolyPhotonics-Berlin-Technologieplattform stellte  sich in einen Workshop mit einem hybrid-optischen „Baukasten“ vor, in den mittels geeigneter Technologien optische Basiselemente zu komplexen und äußerst kompakten Funktionskomponenten integriert werden können. Die PolyPhotonics Partner werden mit einer neuen Generation von Polymerchips Vorreiter auf dem Weltmarkt für optische Kommunikationstechnik sein.

Aussteller

An beiden Tagen fand parallel zu den Vorträgen eine Ausstellung im Bunsensaal und in darunter liegenden Räumen der ehemaligen Mensa statt. Insgesamt nahmen  57  Aussteller teil. Die Pausen in den einzelnen Workshops differierten zeitlich, so dass immer Besucher für Gespräche in der Ausstellung waren. Das wurde auch weitgehend genutzt, denn es gab viel zu fragen, zu vermitteln oder bekannt zu geben. Dieter W. Frank verkündete die Neugründung der Firma Business Development Laser-Photonics, seines neuen Unternehmens mit langer Tradition. Viele interessierte Besucher kamen, vor allem aus der umgebenden Wissenschaftsscene. "Alle wichtigen Leute der hiesigen Photonik-Branche waren da! Endlich muss man nicht mehr zur Photonics West fliegen, um sich mit den meisten Kollegen gemeinsam in lockerer Runde unterhalten zu können" meint Volker Raab, Optikexpertisen. Die Aussteller sahen darin einen großen Vorteil. Vor allem war der Stand in der Ausstellung für viele bezahlbar - im Gegensatz zur Messe Berlin. Zudem sorgte ein offenes, kontaktfreudiges und fachgerechtes Publikum für optimistische Stimmung. Es war ein neuer, positiver Anfang, fast wie die LOB vorher war. Peter Butsch, OHARA GmbH kommentierte: „Interessantes Konzept für die Photonik-Tage 2017, ich konnte einige gute Gespräche führen. Für OHARA war der Workshop Intelligent Sensor Systems sehr spannend, da unsere aktuellen Entwicklungen neuer optischer Gläser genau in Richtung Automotive-Anwendungen zielen“.

Auch Christian Haubitz-Reinke, Berlin-Fibre äußert sich positiv und sprach für viele: „Das ist der richtige Weg für die Zukunft. Die Messe Berlin war zu isoliert, nicht das richtige Publikum. Die Ausstellung hier ist kleiner, aber interessierte Besucher aus der Umgebung schaffen richtige Messestimmung. Es gibt eine exzellente Versorgung und eine gute Organisation der vielen Meetings. Wir wünschen uns, dass es so zukünftig bleibt“.

Auch Christian Haubitz-Reinke, Berlin-Fibre äußert sich positiv und sprach für viele: „Das ist der richtige Weg für die Zukunft. Die Messe Berlin war zu isoliert, nicht das richtige Publikum. Die Ausstellung hier ist kleiner, aber interessierte Besucher aus der Umgebung schaffen richtige Messestimmung. Es gibt eine exzellente Versorgung und eine gute Organisation der vielen Meetings. Wir wünschen uns, dass es so zukünftig bleibt“.

Dr. Bernd Ludwig, Leiter Zentrum für Photonik & Optik: Die WISTA-MANAGEMENT GMBH als Entwickler und Betreiber des Wissenschafts- und Technologieparks Berlin Adlershof ist glücklich über die Initiative von OpTecBB und Berlin Partner / WFBB, die Photonic Days auf den Weg zu bringen und bei uns in Adlershof stattfinden zu lassen. Auch die parallel zu den Konferenzen stattfindende Ausstellung war durch die zahlreichen internationalen Firmen und Delegationen viel mehr als nur eine Adlershofer Leistungsschau. Besonders froh sind wir über das Vertrauen der genannten Partner, die Photonic Days auch im nächsten Jahr vom 16.-17. Oktober wieder in Adlershof durchführen zu können. Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Erfolg dieser tollen Veranstaltung beigetragen haben, allen voran Dr. Frank Lerch, GF von OpTecBB.

Den Artikel schrieb Dr. Christel Budzinski

Kontakt:

Gerrit Rössler
Bereichsleiter Optik
Clustermanager Optik & Photonik

Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH
Tel +49 30 46302-456 | Mobil +49 172 9909-456
gerrit.roessler@berlin-partner.de
www.berlin-partner.de | www.businesslocationcenter.de